Symptome – typisch Lupus?

„Typisch Lupus“ gibt es eigentlich nicht, denn die Symptome eines systemischen Lupus erythematodes (SLE) sind vielfältig. Jeder Patient hat sozusagen seinen eigenen Lupus, u. a. weil so viele verschiedene Organe mit ihren spezifischen Symptomen beteiligt sein können.¹ Die Herausforderung besteht allerdings darin, die verschiedenen Ursachen der Symptome zu differenzieren. Symptome können auf Grund der Krankheitsaktivität, der Therapie und/oder auf der Tatsache beruhen, dass SLE-Patienten an Erkrankungen mindestens genauso häufig erkranken wie andere Menschen.¹ Hier finden Sie einen Überblick über die Symptome, die spezifisch auf das Vorliegen eines SLE hindeuten können.

Icon Erläuterung Lupus SLE

 

Menschen mit einem SLE zeigen oft allgemeine Symptome, die nicht Lupus-spezifisch erscheinen, wie z.B. Fieber, extreme Müdigkeit / Erschöpfung (Fatigue), Gewichtsverlust, aber auch Organ-spezifische Symptome wie Gelenkbeschwerden, Hauterscheinungen, Haarausfall oder eine schlechte Blutzirkulation in Fingern und Zehen (Raynaud-Syndrom).

Welche Symptome können auf einen Lupus hinweisen?

Grafik Lupus Symptome: Lupus Schub erkennen
  • Bewegungsapparat

    Der Bewegungsapparat ist bei ca. 95 % der SLE-Patienten von Symptomen betroffen. Am häufigsten treten Arthralgien (bei ca. 95 %), Myalgien (bei ca. 70 %) und eine nicht-erosive Arthritis (bei ca. 60 %) auf.³

  • Haut und Schleimhäute

    Bei ca. 80 % der SLE-Patienten sind Haut und Schleimhäute betroffen, beispielsweise mit meist schmerzlosen Ulzerationen im Mund, Alopezie, Photosensitivität oder einem Schmetterlingserythem.²⁺³ Bei letzterem handelt es sich um Hautrötungen über Nasenrücken und Wangen, die die Nasolabialfalte aussparen und Tage oder Wochen andauern können.¹

  • Niere

    Bei 40 – 70 % aller SLE-Patienten betrifft der Lupus im Krankheitsverlauf auch die Nieren: Die Lupus-Nephritis beeinflusst maßgeblich die Morbidität und ist der häufigste Grund für Lupus- bedingte Krankenhauseinweisungen.¹

  • Pleura & Lunge

    Bei etwa 50 – 70 % der SLE-Patienten tritt im Krankheitsverlauf eine Pleuritis mit rezidivierenden Pleuraergüssen auf – besonders bei hoher allgemeiner Krankheitsaktivität. Sie ist die häufigste pleuropulmonale Manifestation von SLE-Patienten. Häufig liegt gleichzeitig eine Lupuspneumonie vor.¹⁺³

  • Lymphsystem

    Eine Lymphadenopathie, also eine Schwellung der Lymphknoten entwickeln etwa 40 % der SLE-Patienten.¹

  • Herz & kardiovaskuläres System

    Eine Perikarditis mit Perdikarderguss oder Myokardiditis (unter Beteiligung der Koronararterien) kommen bei ca. 25% der SLE-Patienten vor. Das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse ist bei SLE-Patienten 2,7x höher als in der Allgemeinbevölkerung.¹

  • Nervensystem

    SLE kann sowohl das zentrale als auch das periphere Nervensystem betreffen. Kopfschmerzen, eine aseptische Meningitis, Polyneuropathie, Schlaganfall, Depressionen, Psychosen und Angstzustände zählen zu den neurologischen Problemen.¹⁺²

  • Hämatologische Manifestationen

    Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie und das Antiphospholipid-Syndrom sind häufige klinische Manifestationen.

  • Fatigue

    50 – 90 % der SLE-Patienten leiden unter ständiger Fatigue. Das nicht-spezifische Symptom beeinträchtigt die Lebensqualität der Patienten zum Teil erheblich. Patienten beschreiben Fatigue als unvorhersehbar, dominierend, lähmend und unüberwindbar. Fatigue schränkt häufig die alltäglichen Aktivitäten stark ein und zwingt die Patienten ihre Hobbys (z. B. Sport) oder die Arbeit aufzugeben. Die Patienten fühlen sich hilflos, machtlos und manchmal wütend und schuldig. Fatigue ist ein Symptom, das andere Menschen, z. B. Verwandte nicht sehen und deshalb oft nicht glauben oder verstehen können, ein Symptom, das nicht objektivierbar ist.⁴

NP-DE-LPU-WCNT-200002 05.2020